Portal

In kleinen Spielen können große Ideen stecken. 2007 veröffentlichte Valve Entertainment mit Portal ein Spiel, das in den folgenden Jahren einen großen Einfluss auf die Popkultur ausüben würde. Das Puzzlespiel, welches im selben Universum wie der Ego-Shooter Half Life vom gleichen Entwickler spielt, diente zuerst als Dreingabe zur zweiten Episode, erarbeitete sich aber bei einer Vielzahl von Kritikern den Status, eines der besten Spiele aller Zeiten zu sein.


In Portal schlüpft der Spieler in die Rolle des Mädchens Chell, das als Testsubjekt der Firma Aperture Science gebraucht wird. Die künstliche Intelligenz GLaDOS, welche die Einrichtung unter ihrer Kontrolle hält, startet einen Praxistest, um die Intelligenz von Chell zu prüfen. Diese soll verschiedene Testkammern durchlaufen und mit einer Portalkanone schwierige Rätsel lösen, um voranzukommen.

Das Spiel wird in der Ego-Perspektive ähnlich eines Ego-Shooters gespielt, wobei die sonst für das Genre typische Waffe durch die Portalkanone ersetzt wird. Diese verschießt jeweils ein orangenes und ein blaues Portal, die sich miteinander verbinden und so Durchgänge zu unzugänglichen Gebieten bilden können. Je nach Rätselkammer müssen so verschiedene Schalter unter Beachtung der Umgebung und den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Spielwelt aktiviert oder neue Pfade erschlossen werden. So transportiert man Würfel oder Laser über gefährliche Abgründe hinweg oder lässt die zumeist niedlich erscheinenden, aber brandgefährlichen Geschütztürme nicht aus den Augen.

In den knapp drei bis fünf Stunden Spielzeit des Puzzle-Adventures sind es aber nicht nur die kniffligen Puzzleaspekte, die den Reiz von Portal ausmachen und dem Spiel den Status verliehen hat, den es heute inne hält. Angefangen bei der kurzen, aber atmosphärischen Handlung auf der Flucht vor der sarkastischen GLaDOS, der Verknüpfung aus Level- und Spieldesign rüber zur minimalistischen und teilweise schon sterilen Ästhetik steht Portal als ein rundes Gesamtwerk in der Gunst vieler Videospieler. Auch das Museum of Modern Art in New York räumt daher seit 2012 in einer Dauerausstellung Portal neben dreizehn weiteren Videospielen einen Platz ein.